Vernetzung von Nachwuchswissenschaft über Kontinente hinweg
Vierwöchiger Forschungs‑ und Mentoringaufenthalt am MPI‑IE im Rahmen von ARTEMIS
Im Herbst 2025 empfing das MPI‑IE vier ARTEMIS‑Fellows aus Afrika zu einem vierwöchigen Forschungsaufenthalt. In enger Zusammenarbeit mit ihren Mentorinnen und Mentoren sammelten sie praktische Laborerfahrung, entwickelten Forschungsprojekte weiter und stärkten den internationalen wissenschaftlichen Austausch.
Im Herbst 2025 begrüßte das Max‑Planck‑Institut für Immunbiologie und Epigenetik (MPI‑IE) im Rahmen des ARTEMIS‑Programms („African Research Talents Experiencing Mentoring in Science“) der Max‑Planck‑Gesellschaft vier Nachwuchswissenschaftler aus verschiedenen afrikanischen Ländern. Während eines intensiven vierwöchigen Aufenthalts arbeiteten die Fellows eng mit ihren Mentorinnen und Mentoren am MPI‑IE zusammen, sammelten praxisnahe Forschungserfahrung und stärkten den internationalen wissenschaftlichen Austausch.
Die ARTEMIS‑Fellows – Naaman Ondego Arodi (Kenia), Solange Dabou (Kamerun), Welbeck Odame Dzadey (Ghana) und Abdulfetah Kedir (Äthiopien) – waren in den Laboren von Ayele Argaw Denboba, Asifa Akhtar (betreut durch Juan Alfonso Martinez Greene, PhD) sowie im Labor von Nicola Iovino (betreut durch Dr. Joshi Manish) tätig. Eingebettet in laufende Forschungsprojekte wurden die Gäste an moderne experimentelle Methoden herangeführt und profitierten von der engen täglichen Zusammenarbeit mit ihren Mentoren und den jeweiligen Laborteams.
Während ihres Aufenthalts verbanden die Fellows theoretisches Wissen mit praktischer Laborarbeit. Mehrere von ihnen sammelten erstmals direkte Erfahrungen in der Zellkultur und erweiterten ihr methodisches Repertoire um Techniken wie Western Blotting, Sanger‑Sequenzierung, CRISPR‑Cas9‑Geneditierung sowie RNA‑Seq‑Datenanalyse. Neben dem Erlernen einzelner Methoden lag ein besonderer Fokus auf dem Verständnis von Versuchsdesign, Dateninterpretation und der Integration neuer Ansätze in die eigenen Forschungsprojekte.
Ein besonderes Merkmal dieses ARTEMIS‑Aufenthalts war, dass alle Mentor‑Mentee‑Paare gleichzeitig am Institut anwesend waren. Dadurch entstand eine lebendige und unterstützende Atmosphäre, die über die Arbeit in den einzelnen Laboren hinausging. Regelmäßige informelle Gespräche, gemeinsame Diskussionen und geteilte Erfahrungen förderten ein starkes Gemeinschaftsgefühl und ermöglichten den Teilnehmenden, voneinander über disziplinäre und kulturelle Grenzen hinweg zu lernen.
Aufbau internationaler Forschungsnetzwerke durch Mentoring
Neben der wissenschaftlichen Ausbildung legte das Programm großen Wert auf die überfachliche Weiterentwicklung. Die Fellows arbeiteten gemeinsam mit ihren Mentoren an der Schärfung wissenschaftlicher Fragestellungen, der Entwicklung von Projektideen und der Stärkung ihrer Fähigkeiten in der wissenschaftlichen Kommunikation. Das Präsentieren und Diskutieren ihrer Arbeit in einem internationalen Forschungsumfeld trug dazu bei, Selbstvertrauen aufzubauen und wertvolle Impulse für die nächsten Karriereschritte zu gewinnen. Auch die Mentoren profitierten von dem Austausch: Die Zusammenarbeit mit Forschenden aus unterschiedlichen akademischen Systemen und Forschungskontexten eröffnete neue wissenschaftliche Perspektiven und unterstrich den Wert von Mentoring als wechselseitigen Lernprozess. Das ARTEMIS‑Programm ist ausdrücklich darauf ausgerichtet, gegenseitiges Lernen zu fördern und sowohl Mentoren als auch Mentees durch einen nachhaltigen Austausch fachlich und persönlich weiterzuentwickeln.
Der erfolgreiche Aufenthalt am MPI‑IE verdeutlicht die zentrale Idee von ARTEMIS: den Aufbau langfristiger, vertrauensbasierter Mentoring‑Beziehungen, die Nachwuchswissenschaftler unterstützen und zugleich internationale Forschungsnetzwerke stärken. Durch die Kombination aus strukturiertem Mentoring und einem geförderten Forschungsaufenthalt trägt das Programm zur Entwicklung der nächsten Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern bei und fördert nachhaltige Kooperationen zwischen Max‑Planck‑Instituten und Partnerinstitutionen in Afrika.
Wir freuen uns bereits auf die nächste ARTEMIS‑Runde!
Weitere Informationen zum ARTEMIS‑Mentorship‑Programm und zur kommenden Bewerbungsrunde finden Sie auf dieser Website oder per E‑Mail an artemis@gv.mpg.de. Bewerbungsschluss für die nächste Runde ist der 13. April 2026.
