Über uns

Geschichte des Instituts

1961

Bakterielle Zellwände enthalten Lipopolysaccharide (LPS, hier Schwarz/Gelb). LPS kann als Endotoxin fungieren und Körperzellen angreifen. LPS können jedoch von Zellen des Immunsystems durch spezifische Rezeptoren (hier blau) erkannt werden, was die Ausschüttung entzündungsfördernder Zytokine zur Folge hat, die wiederum die Bakterien zerstören. Bild vergrößern
Bakterielle Zellwände enthalten Lipopolysaccharide (LPS, hier Schwarz/Gelb). LPS kann als Endotoxin fungieren und Körperzellen angreifen. LPS können jedoch von Zellen des Immunsystems durch spezifische Rezeptoren (hier blau) erkannt werden, was die Ausschüttung entzündungsfördernder Zytokine zur Folge hat, die wiederum die Bakterien zerstören. [weniger]

Das Max-Planck-Institut für Immunbiologie (MPI) wurde 1961 in der Nachfolge des Forschungsinstituts des pharmazeutischen Unternehmens Wander AG in Freiburg gegründet. Unter der Leitung von Otto Westphal, Herbert Fischer und Otto Lüderitz befasste sich das Institut bis Ende der 1970er Jahre vorrangig mit der Erforschung von Erregern-Immunsystem-Wechselwirkungen und insbesondere mit der bakteriellen Substanz Endotoxin.

1980

Mit der Ernennung Klaus Eichmanns (1980) und Georges Köhlers (1984) zu Institutsdirektoren wurde der thematische Fokus des Instituts auf die Untersuchung zellulärer und molekularer Mechanismen von B- und T-Zellen erweitert. Klaus Eichmann und Kollegen beschrieben als erste die Entwicklung funktionellen lymphoiden Gewebes aus einer embryonalen Stammzelllinie. 1984 wurden Niels Jerne, Georges Köhler und Cesar Milstein mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Es wurden ihre bahnbrechenden Arbeiten zur Erzeugung monoklonaler Antikörper durch die Hybridom-Technik gewürdigt. Der viel zu frühe Tod Georges Köhlers im Jahr 1995 war ein großer Verlust für das Institut und die gesamte Wissenschaftsgemeinde.

T- und B-Zellen entstehen aus den gleichen Stammzelllinie. B-Zellen produzieren später Antikörper, die den Erreger angreifen. T-Zellen erkennen infizierte Körperzellen und sorgen für deren Absterben. Bild vergrößern
T- und B-Zellen entstehen aus den gleichen Stammzelllinie. B-Zellen produzieren später Antikörper, die den Erreger angreifen. T-Zellen erkennen infizierte Körperzellen und sorgen für deren Absterben. [weniger]

1990

Durch eine zusätzliche Förderung des Landes Baden-Württemberg wurde das Institut um den Forschungsbereich Entwicklungsbiologie erweitert, für den Davor Solter (1991) und Rolf Kemler (1992) als Direktoren gewonnen werden konnten. Davor Solter konzentrierte sich in seiner Forschung auf genetische und epigenetische Mechanismen zur Regulierung der Prä-Implantations-Entwicklung. Als einem der ersten gelang es ihm, genomisches Imprinting nachzuweisen. Rolf Kemler identifizierte das erste Zell-Zell-Adhäsionsmolekül (E-Cadherin) in der Mausentwicklung und trug wesentlich zu einem besseren Verständnis der Embryonalentwicklung der Maus bei.  

1998

Mit der Ernennung von Thomas Boehm (1998) als Nachfolger von George Köhler wurde die Entwicklungsimmunologie als neuer Forschungsschwerpunkt am Institut etabliert. Anstrengungen bezüglich einer stärkeren Kooperation zwischen MPI und der Fakultät für Biologie der Universität Freiburg führten zum Aufbau der Universitätsabteilung Molekulare Immunologie am MPI und der Berufung von Michael Reth als deren Leiter (1998). Zusätzlich wurde das Spemann-Labor eingerichtet, das aus drei unabhängigen Junior-Forschungsgruppen bestand und die frühe Unabhängigkeit junger Wissenschaftler zum Ziel hatte. Mit der Ernennung von Rudolf Grosschedl (2004) als Nachfolger Klaus Eichmanns wurde die thematische Verbindung von Immunologie und Entwicklungsbiologie weiter gestärkt. Die molekularen Mechanismen der lymphoiden Zell-Differenzierung und die Regulation von Genen durch extrazelluläre Signale wurden als neue Forschungsfelder aufgenommen.

Die DNA ist um Proteine gewickelt, die Histone genannt werden. Diese Histone können epigenetisch verändert werden und so die Genaktivität beeinflussen. Methylierung (Me) führt zu einer Verdichtung der DNA und damit zu einer verminderten Gen-Aktivität. Acetylierung (Ac) verursacht den gegenteiligen Effekt. Bild vergrößern
Die DNA ist um Proteine gewickelt, die Histone genannt werden. Diese Histone können epigenetisch verändert werden und so die Genaktivität beeinflussen. Methylierung (Me) führt zu einer Verdichtung der DNA und damit zu einer verminderten Gen-Aktivität. Acetylierung (Ac) verursacht den gegenteiligen Effekt. [weniger]

2006

Rudolf Grosschedl initiierte 2006 in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universtät Freiburg die Gründung der ‘International Max Planck Research School for Molecular and Cellular Biology’ (IMPRS-MCB). Anfang 2006 eröffnete der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft zwischen allen Instituten der Gesellschaft einen Wettbewerb mit dem Ziel, eine neue Abteilung in einem innovativen Forschungsfeld zu gründen. Unter allen Vorschlägen wurde ‚Epigenetik’ ausgewählt und Thomas Jenuwein (2008) nahm das Angebot der Max-Planck-Gesellschaft an, die neue Abteilung zu leiten. Um maßgebliche Wirkung im Bereich Epigenetik zu erzielen, entschied das Kollegium auch die Nachfolge von Davor Solter mit einem Wissenschaftler aus dem Bereich Epigenetik zu besetzen.

Ende 2009 wurde Asifa Akhtar als Max-Planck-Investigator mit dem Schwerpunkt Chromatinregulierung gewonnen und im April 2013 zur Direktorin ernannt.

Wie ein Affe, der eine Liane packt, greift das Protein den Einzelstrang einer nicht-kodierenden RNA, sowohl energie-unabhängig als auch energie-abhängig (Banane). Dies ist ein zentraler Mechanismus der X-chromosomalen Dosiskompensation und der Chromatinregulierung. Bild vergrößern
Wie ein Affe, der eine Liane packt, greift das Protein den Einzelstrang einer nicht-kodierenden RNA, sowohl energie-unabhängig als auch energie-abhängig (Banane). Dies ist ein zentraler Mechanismus der X-chromosomalen Dosiskompensation und der Chromatinregulierung. [weniger]

2010

Im Dezember 2010 wurde das Institut umbenannt in „Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik“ (MPI-IE), so dass die beiden Schlüsselbereiche moderner Biologie im Namen repräsentiert sind, an denen am Institut geforscht wird. Mit der Etablierung des „Fokus Epigenetik“ wurde auch eine internationale, alle zwei Jahre stattfindende Konferenz im Bereich Epigenetik und Chromatin gegründet. Im Dezember 2011 feierten mehr als 200 Gäste das 50-jährige Bestehen des MPI-IE. „Zukunft braucht Herkunft“, betonte damals Peter Gruss, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, und würdigte die Leistungen des MPI-IE.

Im Februar 2013 emeriterte Rolf Kemler als Direktor. Er setzte seine Forschung in einer Emeritus-Gruppe bis Ende 2016 fort.

2015

2015 wurde Erika Pearce als Nachfolgerin von Rolf Kemler (2013) zur Direktorin des Instituts ernannt. Sie leitet seitdem die neugegründete Abteilung für Immunmetabolismus. Wie schon in der Vergangenheit werden am MPI-IE kontinuierlich neue Juniorgruppenleiter-Stellen geschaffen, um den Einfluss neuer spannender Forschungsfelder sicherzustellen.

 
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