
Einheit für Mikroskopie
Die Einheit für Mikroskopie unterhält einen vielfältigen Bestand an modernsten Lichtmikroskopen sowie eine optische Pinzette (“optical tweezer”), mit denen Bilder von verschiedenen lebenden und unbeweglichen Objekten aufgenommen und analysiert werden können – von Einzelmolekülen bis hin zu vollständigen Organen. Die Einheit bietet darüber hinaus Schulungen und Beratung zur Probenvorbereitung, zur Benutzung der Geräte und zur Bildanalyse an und beteiligt sich an der Entwicklung von Methoden.
Fortschrittliche Photonenmikroskopie und mehr
Dank enormer Fortschritte bei Instrumenten, Software und molekularen „Werkzeugen“ wie etwa genetisch kodierter Fluorophore oder Ionensensoren hat sich die Fluoreszenzmikroskopie in dne letzten Jahren zu einer wichtigen, „eigenständigen“ Technologie in den modernen Biowissenschaften entwickelt. Mit der Fluoreszenzmikroskopie kann fast jede Struktur von Interesse gezielt sichtbar gemacht werden. Darüberhinaus können Details, die kleiner sind als die von der konventionellen Optik gesetzten Grenzen, durch jüngst entwickelte „Super-Resolution“-Techniken sichtbar gemacht werden. In vielen Fällen sind sogar dynamische, nicht invasive Beobachtungen von lebenden Objekten möglich und quantitative Daten können extrahiert werden, einschließlich Informationen über Konzentration, spezifische Wechselwirkungen und Mobilität der Moleküle von Interesse. Darüber hinaus ermöglicht die optische Pinzettentechnik die nicht-invasive Manipulation einzelner biologischer Makromoleküle und die Messung mechanischer Kräfte auf Einzelmolekülebene.
Überblick über die Imaging-Einrichtungen
In der Einheit stehen 9 fortschrittliche Lichtmikroskope und ein optisches Pinzetten-Instrument zur Verfügung, ebenso wie Zubehör und Tools zur Bildverarbeitung. Die Mikroskope ermöglichen die Abbildung von lebenden und fixierten Proben in Größenordnungen von „Superauflösung“ (<100 Nanometer) bis hin zu kompletten Organen (einige Millimeter). Die Kombination von optischen Pinzetten mit einem konfokalen Mikroskop (C-Trap) ermöglicht darüberhinaus die nicht-invasive Manipulation mikroskopischer Objekte, wie individueller Makromoleküle und von Molkekülverbänden, und die Messung mechanischer Kräfte auf der Ebene von einzelnen Molekülen, während man die Objekte in Echtzeit mit dem Mikroskop beobachtet.
Wir unterstützen über 80 aktive Nutzer*Innen des MPI-IE bei der Bildaufnahme und -analyse. Neben routinemäßigen Einzelschulungen zur Nutzung von Mikroskopen und Bildanalyseprogrammen vermittelt wir in Seminaren, Kursen und anderen Veranstaltungen umfangreiches Wissen über Mikroskopietechniken und relevante Anwendungen, z. B. in Form von theoretischen und praktischen Schulungen zur Benutzung der Lichtmikroskopie für Promovierende im Rahmen des IMPRS-Programms. Auch organisieren wir Vorführungen und Versuche mit neuer Mikroskopie-Software und -Hardware am MPI-IE.
Die Einheit für Mikroskopie steht in regem Austausch mit anderen Fachgesellschaften in Deutschland und Europa. Das MPI-IE ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Bioimaging und Bildanalyse, dem Max Planck BioImaging Core Units Network und der Microscopy and Image Analysis Platform (MIAP), einem regionalen und trinationalen Netzwerk für die wissenschaftliche Infrastruktur von bildgebenden Einrichtungen in den Lebenswissenschaften. Die Mitgliedschaften in diesen Netzwerken geben den Nutzer:innen unserer Facility den Zugang zu einem breiten Arsenal an Spitzentechnologien, die vor Ort nicht verfügbar sind. Darüber hinaus beteiligt sich die „Imaging Facility“ am globalen QUAREP-Konsortium, dessen Ziel es ist, eine umfassende Sammlung von gemeinschaftlich anerkannten Leitlinien, standardisierten Protokollen und anderen Ressourcen zur Verbesserung der Qualitätskontrolle, Qualitätssicherung und Kalibrierung von Bioimaging-Instrumenten und -Methoden bereitzustellen.
Weitere Informationen zu den Technologien und Services der Einheit für Mikroskopie finden Sie auf der englischsprachigen Webseite.