Kontakt

Dr. J. Andrew Pospisilik
Dr. J. Andrew Pospisilik
Gruppenleiter
Telefon:+49 761 5108-757

Labor Andrew Pospisilik

Marcus Rockoff
public relations officer

presse@ie-freiburg.mpg.de

Originalpublikationen

1.
Jais A, Einwallner E, Sharif O, Gossens K, Lu TT, Soyal SM, Medgyesi D, Neureiter D, Paier-Pourani J, Dalgaard K, Duvigneau JC, Lindroos-Christensen J, Zapf TC, Amann S, Saluzzo S, Jantscher F, Stiedl P, Todoric J, Martins R, Oberkofler H, Müller S, Hauser-Kronberger C, Kenner L, Casanova E, Sutterlüty-Fall H, Bilban M, Miller K, Kozlov AV, Krempler F, Knapp S, Lumeng CN, Patsch W, Wagner O, Pospisilik JA, Esterbauer H. (2014)
Heme oxygenase-1 drives metaflammation and insulin resistance in mouse and man.
2.
Ost A, Lempradl A, Casas E, Weigert M, Tiko T, Deniz M, Pantano L, Boenisch U, Itskov PM, Stoeckius M, Ruf M, Rajewsky N, Reuter G, Iovino N, Ribeiro C, Alenius M, Heyne S, Vavouri T, Pospisilik JA. (2014)
Paternal diet defines offspring chromatin state and intergenerational obesity.

J. Andrew Pospisilik erhält Wissenschaftspreis der GlaxoSmithKline Stiftung

Freiburger Nachwuchsforscher wird für seine Arbeiten auf dem  Gebiet der metabolischen Krankheiten ausgezeichnet.

9. Juli 2015

Die GlaxoSmithKline (GSK) Stiftung vergibt seit 1988 jährlich zwei Wissenschaftspreise an Nachwuchsforscher in Deutschland. Ausgezeichnet werden hervorragende Leistungen in den Kategorien „Medizinische Grundlagenforschung“ und „Klinische Forschung“. Ein wichtiges Kriterium besteht dabei in ein bis zwei wegweisenden wissenschaftlichen Veröffentlichung im vorangegangenen Jahr. Dieses Jahr geht einer der mit 7500 Euro dotierten Preise für „Medizinische Grundlagenforschung“ an Dr. J. Andrew Pospisilik, Nachwuchsgruppenleiter am MPI-IE, und wird im Rahmen einer Festveranstaltung der GSK Stiftung  am 9. Juli 2015 verliehen.

 

Der Preisträger Dr. J. Andrew Pospisilik in seinem Labor. Bild vergrößern
Der Preisträger Dr. J. Andrew Pospisilik in seinem Labor.

Dr. Pospisilik leitet seit 2010 sein eigenes Labor am Max Planck Institut für Immunbiologie und Epigenetik. Das Hauptinteresse seiner Forschung gilt der Untersuchung der Ursachen und Mechanismen von metabolischen Erkrankungen. „ Übergewicht und die damit verbundenen Folgeerkrankungen wie Diabetes, Herzinfarkt und Krebs sind ein dringliches Problem unserer modernen Zivilisation.“ führt Dr. Pospisilik aus. „In meinen Labor wollen wir herausfinden, warum wir dick (und krank) werden und welche Mechanismen darauf Einfluss haben.“

 

2014 konnte das Team um Dr. Pospisilik in enger Kollaboration mit österreichischen Wissenschaftlern das Enzym Hämoxygenase 1 (HO-1) als Faktor identifizieren, der die Gesundheit von übergewichtigen Menschen beeinflusst. Die Auswertung von Leber und Fettbiopsien von fettleibigen Personen zeigte, dass Probanden mit niedrigen HO-1 Werten sehr selten Folgeerkrankungen entwickelten. Dieser Zusammenhang wurde auch im Mausmodel untermauert. Schalteten die Forscher das Enzym HO-1 gezielt in Makrophagen oder Leberzellen aus, blieben diese Mäuse trotz Fettleibigkeit gesund. Dies erklärt sich durch einen geringeren Entzündungszustand und eine erhöhte Insulinsensibilität des Körpers. Diese Erkenntnisse bieten neue Ansätze für die Diagnose und Therapie von Folgeerkrankungen bei übergewichtigen und fettleibigen Patienten.

 

Ein weiterer Schwerpunkt der Forschung im Pospisilik Labor liegt darin, die epigenetische Komponente bei metabolischen Erkrankungen aufzudecken. Im Konkreten geht es dabei um Umwelteinflüsse, die zu einer Veränderungen der Genexpression ohne Mutationen in der DNA Sequenz führen können. „Wir wollten unbedingt wissen, ob durch Nahrung bedingte Änderungen im Stoffwechsel vererbt werden können.“ erklärt Dr. Pospisilik den Ansatz für eine weitere kürzlich veröffentliche Studie. Als Modelorganismus verwendeten die Forscher diesmal Fruchtfliegen, auch wegen der sehr kurzen Generationszeit. Männliche Fliegen erhielten zwei Tage vor der Paarung Nahrung mit unterschiedlichem Zuckergehalt. Söhne dieser Verpaarungen wurden dann auf ihre Anfälligkeit für Übergewicht getestet. Nur Tiere, deren Väter entweder zu viel oder zu wenig Zucker aßen, neigten selbst zur Fettleibigkeit. Weiterführende Tests mit zahlreichen Mutanten erlaubten den Forschern, mehrere Gene zu identifizieren, die für die Vererbung von Fettleibigkeit essentiell sind. Diese epigenetischen Faktoren sind für eine feste Verpackung der DNA verantwortlich und sind auch in übergewichtigen Menschen und Mäusen weniger vorhanden.

 

„Unsere Ergebnisse sind Teil einer rasanten Entwicklung in unserem Forschungsfeld. So haben wir gelernt, dass Fettleibigkeit, und die damit verbundenen metabolischen Probleme, eigentlich eine entzündliche Krankheit ist. Außerdem hat sich unser Verständnis, warum wir solche Krankheiten entwickeln, stark verändert. Das Dogma, dass alles in unserer DNA festgeschrieben ist, tritt zunehmend in den Hintergrund. Heute beachten wir auch substantielle Einflüsse aus unserer Kindheit oder dem Mutterleib, sowie die Gesundheit und Lebensweise unserer Eltern.“  fasst Dr. Pospisilik seine Erkenntnisse der letzten Jahre zusammen. Er erwartet, dass „diese Einsichten Behandlungsansätze und Prävention grundlegend verändern werden.“

 
loading content
Zur Redakteursansicht