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Marcus Rockoff
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Originalveröffentlichung

1.
Zenk F, Loeser E, Schiavo R, Kilpert F, Bogdanović O, Iovino N (2017)
Germ line–inherited H3K27me3 restricts enhancer function during maternal-to-zygotic transition.

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Fides Zenk erhält den Gateff-Preis 2020

Deutsche Gesellschaft für Genetik ehrt MPG-Doktorandin für herausragende Forschung zur epigenetischen Vererbung

11. November 2020

Fides Zenk Bild vergrößern
Fides Zenk

Fides Zenk, ehemalige Doktorandin im Labor von Nicola Iovino am MPI für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg, wird mit dem Gateff-Preis 2020 der Deutschen Gesellschaft für Genetik (GfG) ausgezeichnet. Die mit 3.000 € dotierte Auszeichnung würdigt ihre Forschung zum epigenetischen Marker H3K27me3, der bei Fruchtfliegen von der Mutter an die Nachkommen weitergegeben wird und die frühe Embryonalentwicklung steuert.

Epigenetische Mechanismen, die durch Umwelteinflüsse wie Ernährung, Krankheit oder Lebensstil beeinflusst werden, spielen eine bedeutende Rolle bei der Steuerung der Genaktivität, ohne die zugrunde liegenden DNA-Sequenzen zu verändern. Es ist seit langem umstritten, ob epigenetische Veränderungen, die sich während des gesamten Lebens angesammeltz haben, von Generation zu Generation weitergegeben werden.

In ihrer Doktorarbeit untersuchte Fides den gesamten Weg der generationenübergreifenden epigenetischen Vererbung bei der Fruchtfliege Drosophila. Sie fand heraus, dass die epigenetische Modifikation H3K27me3, die das Chromatin, also die Verpackung der DNA, in den Eizellen der Mutter markiert, im Embryo nach der Befruchtung immer noch vorhanden war, auch wenn andere epigenetische Markierungen gelöscht wurden. 

Um die Mechanismen genauer zu verstehen, erzeugte sie Drosophila-Embryonen ohne die H3K27me3-Modifikation. Das Fehlen der epigenetischen Markierung führte zu embryonaler Letalität. So zeigt sich, dass die Vererbung der Modifikation den Fliegen hilft, eine gesunde Entwicklung zu ermöglichen, indem H3K27me3 den Zeitpunkt der Genexpression während der frühen Embryogenese reguliert.

Die nun preisgekrönte Dissertation von Fides Zenk fand so ein neues Prinzip der transgenerationalen epigenetischen Vererbung mit großem Potenzial für weitere Entdeckungen, da die Vererbung von H3K27me3 durch die Mutter auch bei Mäusen beobachtet werden kann und somit wahrscheinlich ein evolutionär konservierter Mechanismus der Weitergabe genregulatorischer Informationen ist.

Lebenslauf

Vor ihrer Doktorarbeit an der International Max Planck Research School for Molecular and Cellular Biology Freiburg (IMPRS-MCB) im Labor von Nicola Iovino absolvierte Fides erfolgreich ein Bachelor- und Masterstudium in Biologie an der Universität Kassel. Aktuell ist sie Postdoktorandin im Labor von Barbara Treutlein an der ETH Zürich.

Über den Preis

Der mit 3.000 € dotierte Elisabeth-Gateff-Preis ehrt jedes Jahr junge Wissenschaftler:innen für herausragende Promotionsarbeiten aus allen Gebieten der Genetik. Der Preis wird von Elisabeth Gateff, ehemalige Direktorin des Instituts für Genetik der Universität Mainz, gestiftet und auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Genetik (GfG) verliehen.

 
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