Andrew Pospisilik erhält Novo Nordisk Helmholtz Young Investigator in Diabetes Preis 2016

Andrew J. Pospisilik, Gruppenleiter am Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg wurde für seine wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Erforschung von Diabetes und  Stoffwechselerkrankungen mit dem 4. Novo Nordisk Helmholtz Young Investigator in Diabetes (HeIDi) Award für Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet.

13. Oktober 2016

Diabetes ist eine chronische Erkrankung, die entweder auftritt, wenn die Bauchspeicheldrüse nicht genügend Insulin produzieren kann oder der Körper das produzierte Insulin nicht wirksam genug nutzt. Bei Insulin handelt es sich um eine Hormon, das den Blutzuckerspiegel im Körper reguliert. Weltweit leiden etwa 8,5% der Erwachsenen ab 18 Jahren an der „Zuckerkrankheit“ (WHO, 2014). Im Lichte dieser alarmierenden Zahlen sehen sich Wissenschaftler weltweit der Herausforderung gegenüber, ein umfassendes Verständnis dieser Erkrankung zu entwickeln, das neuen Ansätze für Therapie, Diagnose und Prävention ermöglicht. Hierzu trafen sich im September 2016 führende Experten und Nachwuchswissenschaftler auf den Gebieten der Diabetesforschung und Stoffwechselerkrankungen, um ihre Forschungsansätze zu diskutieren und neueste Erkenntnisse auszutauschen. Die 4th Helmholtz-Nature Medicine Diabetes Conference fand vom 18. bis 20. September 2016 in München am dortigen Helmholtz Zentrum statt. Anlässlich der Konferenz wurden mehrere Preise für herausragende Leistungen in der Diabetesforschung verliehen.

v. l. n. r.: Ulrich Stilz (Novo Nordisk), Andrew Pospisilik (Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik, Freiburg), Zachary Knight (University of California, San Francisco), Heiko Lickert (HMGU), Matthias Tschöp (HMGU),

Unter diesjährigen Preisträgern war auch Dr. J. Andrew Pospisilik, Forschungsgruppenleiter am Max-Planck-Institut für Immunbiologie und Epigenetik in Freiburg (MPI-IE). Er wurde von einer unabhängigen Jury mit dem 4th Novo Nordisk Helmholtz Young Investigator in Diabetes (HeIDi) Award 2016 für Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet. Andrew Pospisilik teilt sich die Auszeichnung mit Dr. Zachary Knight von der University of California in San Francisco.

„Auf diese Weise von Kollegen des Fachs geehrt zu werden, ist nicht nur eine große Freude für mich, sondern auch eine besondere Motivation. Wir brauchen mehr Auszeichnungen dieser Art, mit denen wir die wissenschaftlichen Leistungen unserer Kollegen vom Fach gemeinschaftlich würdigen können. Denn schließlich stehen wir alle auf den Schultern der anderen, vor allem wenn es darum geht, komplexe Krankheiten zu verstehen. Keiner von uns könnte dies alleine voranbringen – auch nicht ohne Unterstützung von öffentlich Förderinstitutionen wie der Helmholtz Gemeinschaft bzw. Förderen wie Novo Nordisk oder Nature Medicine, die diese Auszeichnung und dieses Treffen möglich gemacht haben”, sagt Andrew Pospisilik zu der Auszeichnung durch die Wissenschaftlergemeinschaft.

Dr. Pospisilik und sein Labor forschen zu verschiedenen epigenetischen Mechanismen, die zur Ausprägung sogenannter komplexer Erkrankungen beitragen. Komplexe Krankheiten, wie etwa Übergewicht, Krebs oder Diabetes, sind gekennzeichnet durch das Zusammenspiel von Genetik, Umweltfaktoren sowie dem individuellen Lebensstil. In den letzten Jahren machte das Labor durch zahlreiche Studien auf sich aufmerksam, die wichtige nicht-genetische Grundlagen für verschiedene Stoffwechselerkrankungen genauer charakterisierten. So veröffentlichten Dr. Pospisilik und sein Team umfangreiche Studien, die neue Signalwege für den Zellstoffwechsel identifizierten sowie Studien, die die Insulinsensibilität bei Mäusen und Menschen näher beschrieben.

In neueren Studien vertiefte das Labor das Verständnis der Wechselwirkungen von genetischen und epigenetischen Faktoren: Sie konnten das erste Gen-Netzwerk identifizieren, das eine generationsübergreifende Veränderung des Stoffwechsels induziert sowie Beweise finden, dass ein „epigenetischer Schalter“ in der Lage ist, gleichsam stabil, metabolische Erkrankungen an- und auszuschalten. Gegenwärtig untersucht das Labor, wie der Verlust des „epigenetisches Gedächtnis“ in Insulin-produzierenden Zellen möglicherweise Typ-2-Diabetes auslöst (unpubliziert).

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